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31-08-2020 Erweiterung der Caritas-Tagespflege

Erläuterten die Erweiterung der Tagespflege der Caritas Sozialstation Holte-Lastrup: Pfarrer Andreas Bleise (von links), Michael Hengemühle, Helmut Hilmes und Kerstin Jürgens

Text & Fotos:
Martin Reinholz



Die Tagespflege St. Josef der Caritas-Sozialstation im Lähdener Ortsteil Holte-Lastrup erweitert ihr Angebot um acht weitere Plätze auf insgesamt 23. In einem Pressegespräch erläuterten Andreas Bleise, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Miteinander in Lähden, das Holter Kirchenvorstandsmitglied Helmut Hilmes sowie Kerstin Jürgens und Michael Hengemühle von der Caritas Holte-Lastrup das Vorhaben.

Seit mehr als 100 Jahren gibt es ambulante Krankenpflege in Holte-Lastrup. 1912 gelangten erste Thuiner Ordensschwestern in den heute zur Gemeinde Lähden gehörenden Ortsteil und kamen in einer Tbc-Krankenbaracke unter. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs (1914 - 1918) und während der Spanischen Grippe (1918 - 1920) erwarben sich die Thuiner Schwestern ein hohes Ansehen in der Bevölkerung. 1923 wurde der erste Teil des heutigen Hauses der Integration – zwischenzeitlich auch Krankenhaus und Fachklinik – als „St. Josef-Stift“ errichtet.

1979 wurde durch die niedersächsische Sozialgesetzgebung die Sozialstation gesetzlich unter dem Dach des Diözesancaritasverbands begründet. Während der Nutzung des St.-Josef-Stifts als Krankenhaus und Fachklinik für Suchtkranke war die Sozialstation zeitweise im Schwesternhaus und im Pfarrheim in Holte untergebracht.

Die Fachklinik St. Josef schloss 2015 ihren Betrieb in Holte-Lastrup und zog nach Haselünne. In der Folge erwarb der Holter Unternehmer Bernhard Brüggen das Gebäude, nutzte es zum Teil als Unterkunft für Werkvertragsarbeiter und vermietet seitdem einen Teil des Untergeschosses an die Caritas-Sozialstation.

Seit September 2016 bietet die Caritas-Sozialstation neben der ambulanten Krankenpflege in den neuen Räumen an der Lähdener Straße auch eine Tagespflege an. Seinerzeit wurden in einem ersten Schritt 15 Pflegeplätze geschaffen, erläuterte die Leiterin der Tagespflege, Kerstin Jürgens, im Gespräch mit unserer Redaktion. „Da es nach wie vor eine hohe Nachfrage gibt, wollen wir das Angebot nun um acht weitere Plätze auf insgesamt 23 Plätze ausbauen“, fügte der Leiter der Sozialstation, Michael Hengemühle, hinzu.

Für die Erweiterung der Tagespflege konnten bereits zusätzliche 200 Quadratmeter im Erdgeschoss des Gebäudes angemietet werden, ergänzte Andreas Bleise, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Miteinander, zu der die Katholische Kirchengemeinde St. Clemens Holte als Träger der Sozialstation gehört. „Dafür sind wir dem Eigentümer Bernhard Brüggen sehr dankbar“, so Bleise.

Gerade an Pflegebedürftige, die noch zu Hause leben, aber manchmal einsam sind, richte sich die Tagespflege, erklärte Jürgens. Für diejenigen, die Langeweile plage oder die Gesellschaft anderer Menschen vermissen, könne die Tagespflege das Richtige sein. Aber auch für pflegende Angehörige könne eine Tagespflege eine Entlastung bringen. Indem Pflegebedürftige die Tagespflege besuchen, erhalten die pflegenden Angehörigen Freiraum für eigene soziale Kontakte oder wichtige andere Aufgaben.

Die Tagespflege stelle ein Ergänzungsangebot zur ambulanten Versorgung zu Hause dar. Durch einen Fahrdienst (zwei Fahrzeuge und vier Fahrer) werden die Tagespflegegäste morgens von zu Hause abgeholt und abends zurückgebracht. Während der Tagespflege finden neben einem gemeinsamen Frühstück und Mittagessen unterschiedliche Angebote wie Vorlesen aus der Tageszeitung, Gesellschaftsspiele und Gedächtnistrainings statt. Ein Ruheraum mit Schlafsesseln lädt zu einer ruhigen Mittagspause ein, Gemeinschaftsraum und Garten des Gebäudes zu anderen Aktivitäten. Nach dem gemeinsamen Kaffetrinken gibt es weitere Angebote, beschrieb Jürgens den Ablauf in der Einrichtung.



Die Gäste der Tagespflege werden auf Wunsch mit dem Auto abgeholt.


Neben den sieben hauptamtlichen Mitarbeitern der Tagespflege engagieren sich auch einige Ehrenamtliche in der Einrichtung. Die ersten Planungen zur Erweiterung der Tagespflegeplätze wurden bereits vor zwei Jahren in die Wege geleitet, beschrieb die Leiterin den langen Entwicklungsweg.

Nach den entsprechenden baulichen Maßnahmen stehe der Erweiterungsbereich nun vor der endgültigen Abnahme durch den Landkreis. Nach Genehmigung und Inbetriebnahme der Erweiterung werde sich die Tagespflege der Öffentlichkeit noch einmal vorstellen, kündigte Michael Hengemühle an. Zurzeit sind in der Caritas-Sozialstation in Holte-Lastrup mitsamt der Tagespflege 37 Mitarbeiter beschäftigt.



Bericht in der Meppener Tagespost vom 31.08.2020

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